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ITK News

16.04.2020

KEINER DA – TROTZDEM BESETZT

In diesen Zeiten erreichbar bleiben!

Kennen Sie das? Sie haben Ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, die Büros sind leer und das Unternehmen ist telefonisch nicht mehr erreichbar.

Heute ein typisches Bild: Der Teil der Belegschaft, dessen Anwesenheit im Büro nicht zwingend erforderlich ist, arbeitet von zu Hause aus. Die Bürotelefone sind auf Mobiltelefone oder Privatanschlüsse umgeleitet, um daheim und/oder mobil erreichbar zu sein; funktioniert. Doch nun beschweren sich die Kunden, dass sie von Ihrem Unternehmen nur mehr ein Besetztzeichen hören.

Dieser Effekt tritt bei massenhafter Aktivierung von Rufumleitungen zu Anschlüssen außerhalb der eigenen Telefonanlage, also zum Beispiel zu Handys oder Privatanschlüssen, auf. Bei einem ankommenden Anruf werden dann zwei Kanäle/Leitungen zum öffentlichen Netz belegt. Der Effekt erklärt sich wie folgt: Erreicht ein Anruf das Unternehmen auf einer Rufnummer, die nach außerhalb umgeleitet ist, so belegt der Anruf eine Leitung in das Unternehmen hinein und eine Zweite durch den umgeleiteten Anruf der Telefonanlage wieder nach draußen. Damit werden für einen Anruf doppelt so viele, nämlich zwei, Leitungen/Kanäle zum öffentlichen Netz belegt wie im Normalbetrieb.

Nach einschlägigen Planungsregeln ist für jeweils ca. 5 bis 15 Bürorufnummern ein Kanal bzw. eine Leitung zum öffentlichen Netz vorgesehen. So kann es schnell eng werden, wenn plötzlich die doppelte Anzahl der Kanäle pro Anruf belegt wird. Sobald bzw. so lange alle Kanäle/Leitungen belegt sind, ist das Unternehmen nicht mehr erreichbar. Im Übrigen sind in dieser Phase auch keine abgehenden Telefonate oder Notrufe möglich. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen noch per ISDN oder schon über SIP an den Telefon-Provider angebunden ist.

ISDN: Abhilfe mit kleinem Aufwand, auch mit klassischen Telefonanlagen

Eine Möglichkeit, dieses Thema mit überschaubarem Aufwand, also in aller Regel ohne Austausch oder Upgrade der Telefonanlage, zu lösen, bietet das ISDN-Leistungsmerkmal „Partial Rerouting“. Dabei kommuniziert die Telefonanlage mit der Vermittlungstechnik des ISDN-Providers. Ein eingehender Anruf, der unmittelbar zu einem externen Ziel umgeleitet werden soll, wird in der Telefonanlage gar nicht erst entgegengenommen. Stattdessen erfolgt das Umrouten des Anrufs direkt in der Vermittlungstechnik des ISDN-Providers. Dadurch werden Ihre Kanäle/Leitungen gar nicht erst belegt. Sie benötigen auch keine Zusatzfunktionen wie „Clip no Screening“ zur Anzeige der Rufnummer des Anrufers (A-Teilnehmer) beim Umleitungsziel (C-Teilnehmer). Dies ist mit Partial Rerouting bereits sichergestellt.

Zur Realisierung muss die Funktionalität in der Telefonanlage frei geschaltet und beim ISDN-Provider beantragt werden. Bei professionellen Business-Telefonanlagen ist diese Funktion schon seit mind. 5 bis 7 Jahren verfügbar, so dass dies auch mit älteren Softwareständen umsetzbar sein sollte. Verbindliche Informationen gibt Ihnen hier der Service-Partner der Telefonanlage.

SIP: Kommunikation mit dem SIP-Anbieter notwendig

Sollten Sie den Wechsel von ISDN zu SIP bzw. All-IP bereits vollzogen haben, heißt das Leistungs-merkmal hier „Call Deflection“ oder kurz CD und wird auch als "SIP 302, Moved Temporarily" bezeichnet. Die Funktionalität ist vergleichbar zu der bei Partial Rerouting. Allerdings ist in der SIP-Welt die Standardisierung nicht so feingranular festgeschrieben wie bei ISDN. Insofern sollten Sie bei der Nachfrage bei Ihrem Service-Partner der Telefonanlage zur Verfügbarkeit des Leistungsmerkmals, den aktuellen SIP-Service-Provider benennen. Sinnvoll ist auch die Angabe des genutzten Provider-Produktes, da nicht in allen Provider-Produkten diese Funktion verfügbar ist.

Eine Anfrage lohnt sich in jedem Fall, da auf diesem Weg sehr kurzfristig und nachhaltig ein Engpass an Kanälen/Leitungen zum öffentlichen Netz behoben werden kann, ohne in zusätzliche Baugruppen, Lizenzen oder Bandbreiten investieren zu müssen.

Thomas Langnickel
Senior Executive Consultant |
Langnickel@doksysteme.de

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