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ITK News

29.10.2020

DIGITALISIERUNG

Städte und Gemeinden im Wandel

Städte und Gemeinden stehen vor der Herausforderung, branchenübergreifende digitale Strategien für das Leben der Zukunft zu entwickeln und umzusetzen. Die Nutzung fortschrittlicher Informations- und Kommunikationstechnologien soll dazu beitragen, unsere Lebensqualität zu verbessern. Die Frage ist, wie wollen wir in Zukunft leben? Welche Bedürfnisse haben die unterschiedlichen Nutzergruppen und welche smarten Dienste schaffen für Kommunen einen Mehrwert?

Intelligent vernetzte Städte und Regionen sollen zukünftig lebenswerter, effizienter, nachhaltiger und fortschrittlicher sein. Das Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat hat mit dem Smart-City-Dialog eine nationale Dialog-Plattform ins Leben gerufen, um die digitale Transformation in den Kommunen zu gestalten. Die Bundesregierung fördert „Modellprojekte Smart Cities“, die dem Gemeinwohl sowohl in wachsenden Städten als auch in schrumpfenden Regionen dienen. Im September 2020 wurden 32 Modellprojekte der zweiten Staffel bekannt gegeben.

Darunter gibt es z. B. das Projekt „Connected Urban Twins“ – urbane Daten-Plattformen und digitale Zwillinge für integrierte Stadtentwicklung“. Für dieses Smart-City-Modellprojekt kooperiert Hamburg mit München und Leipzig. Von den Städten werden digitale Zwillinge geschaffen, d. h. Dienste, Systeme und Datenbestände der Städte (z. B. von Gebäuden, Straßen und Gewässern) werden schrittweise an die digitale Kopie angebunden. Die Lösungen werden städteübergreifend und nutzerorientiert entwickelt sowie modular als Open Source anderen Kommunen zur Verfügung gestellt.

Welche Herausforderungen gibt es auf dem Weg zur digitalen Stadtentwicklung?

In den meisten Kommunen erleben wir eine dezentrale Entwicklung neuer digitaler Infrastrukturen und Anwendungen. So werden Dateninfrastrukturen für die unterschiedlichsten Bereiche aufgebaut, z. B. in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik, Mobilität, Gesundheit, Verwaltung, Energie, Umwelt und Bildung.

Nur wenige Kommunen verfügen derzeit über Smart-City-Plattformen und diese Kommunen sind größtenteils überfordert, da die Implementierung mit hohen rechtlichen und technisch-regulatorischen Unsicherheiten verbunden ist. Viele Kommunen versuchen zudem unabhängig voneinander gleiche Herausforderungen zu bewältigen – nicht unbedingt langfristig zielführend – und auch bereits bestehende Insellösungen können langfristig kein sinnvolles Ergebnis sein.

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden die Schwachstellen deutlicher sichtbar. Die aktuelle Situation zeigt uns, dass die meisten Ämter und Behörden in Deutschland einen großen Nachholbedarf bei der Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen für Mitarbeiter, Bürger und Unternehmen haben.

Mit dem Onlinezugangsgesetz (OZG) des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz wurde ein Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen geschaffen.

Bis 2022 sollen Bund und Länder ihre Verwaltungsdienstleistungen auch elektronisch über Verwaltungsportale anbieten. Weiterhin sind Bund und Länder verpflichtet, ihre Verwaltungsportale technisch miteinander zu einem Portalverbund zu verknüpfen. Damit können Nutzer über alle Verwaltungsportale von Bund und Ländern einen barriere- und medienbruchfreien Zugang zu elektronischen Verwaltungsleistungen erhalten.

Wie kann eine intelligente Stadtentwicklung gelingen?

Für eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie in den Kommunen ist es erforderlich, alle Akteure aus den unterschiedlichen Bereichen an einen Tisch zu bringen. Erst durch die Verwendung von privaten, kommerziellen und öffentlichen Daten in Interaktion von Akteuren der Kommune, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft entsteht ein Mehrwert.

Bei der Digitalisierung der Verwaltungs- und Bürgerdienstleistungen reicht es nicht aus, die analogen Prozesse einfach nachzubauen. Dies ist zumeist auch gar nicht sinnvoll umsetzbar. Es ist notwendig, die vorhanden Prozesse zu analysieren und im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit neu zu denken.

Die eingesetzten ICT-Lösungen müssen sich an den Bedarfen der Nutzergruppen und den Anforderungen der Behörden und Unternehmen orientieren. Wir benötigen zusätzlich neben der Kultur, die Digitalisierung auch ermöglicht, eine grundlegende Bildung, um eine breite Akzeptanz bei den Anwendern zu schaffen.

Die digitale Transformation braucht Ressourcen, Kompetenzen und Kooperationen. Nur eine zeitgemäße digitale Infrastruktur ist ein Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einer Kommune. Wichtig dabei ist, alle relevanten Stakeholder mit ins Boot zu holen und Möglichkeiten branchenübergreifend zu diskutieren.

Zum Thema Städte der Zukunft gab es Anfang Oktober anlässlich des Jubiläums der Immofrauen im Hauptstadtstudio des ZIA (Zentraler Immobilienausschuss) z. B. eine Diskussionsrunde mit hochkarätigen Teilnehmerinnen aus Politik und Wirtschaft. Ein Themenschwerpunkt war auch wie Smart Cities die Herausforderungen der Zukunft lösen können.

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v.l.n.r.: Katrin Williams, Leiterin Regionalvertrieb Ost, DOK SYSTEME GmbH / Vorstandsvorsitzende der Immofrauen, Staatssekretärin Anne Katrin Bohle, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat / Marion Hoppen, Moderatorin
(Foto: Katja Bartz, Berlin)

DOK SYSTEME beteiligt sich an Diskussionen zur Digitalisierung und unterstützt herstellerneutral Bund, Länder, kommunale Unternehmen und Behörden zu Fragen der Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) sowie zu Sicherheitsstrategien und -techniken.

DOK SYSTEME verfolgt auch hier einen ganzheitlichen Ansatz bestehend aus strategischen, technischen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. Gemeinsam mit unseren Kunden bewerten wir Innovationen des ITK-Marktes auf ihre Reife, Wirtschaftlichkeit und Anwendbarkeit im Kundenszenario.

Katrin Williams
Leiterin Regionalvertrieb Ost |
katrin.williams@doksysteme.de

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