{"id":10555,"date":"2024-03-27T16:22:31","date_gmt":"2024-03-27T15:22:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.doksysteme.de\/?post_type=fachartikel&#038;p=10555"},"modified":"2024-03-27T16:42:07","modified_gmt":"2024-03-27T15:42:07","slug":"videokonferenzsicherheit","status":"publish","type":"fachartikel","link":"https:\/\/www.doksysteme.de\/en\/fachartikel\/videokonferenzsicherheit\/","title":{"rendered":"VIDEOKONFERENZSICHERHEIT"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row row_type=&#8221;row_xxxl&#8221;][vc_column][vc_column_text dynamic_content=&#8221;&#8221;]<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10552\" src=\"https:\/\/www.doksysteme.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/240325_Teaser_Viko-Sicherheit_750-505.png\" alt=\"Videokonferenz auf Laptop mit potentiellen Hacker dabei\" width=\"291\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/www.doksysteme.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/240325_Teaser_Viko-Sicherheit_750-505.png 750w, https:\/\/www.doksysteme.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/240325_Teaser_Viko-Sicherheit_750-505-300x202.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><\/p>\n<p>Videokonferenzdienste sind aus der modernen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Der sichere Umgang mit dieser Technologie ist jedoch nicht immer gegeben. Der Taurus-Abh\u00f6rfall der Bundeswehr hat gezeigt, dass fehlerhafte Nutzung zu durchaus schwerwiegenden Sicherheitsvorf\u00e4llen f\u00fchren kann. Erfahren Sie hier mehr \u00fcber die verschiedenen Sicherheitsfunktionen von Konferenzdiensten und wie sie richtig genutzt werden.<\/p>\n<p>Videokonferenzen sind nicht erst seit der Pandemie ein unverzichtbares Instrument f\u00fcr die meisten Unternehmen und Organisationen. Neben der Funktionsvielfalt und Zuverl\u00e4ssigkeit spielen auch die Themen Informationssicherheit und Datenschutz bei den Videokonferenzdiensten eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>In unseren <a href=\"https:\/\/www.doksysteme.de\/technologiefelder\/\">Beratungs- bzw. Ausschreibungsprojekten<\/a> sehen wir, dass oft zwar sehr hohe Anforderungen an die technischen Funktionalit\u00e4ten im Bereich Sicherheit gestellt werden, aber dass diese dann nicht unbedingt Anwendung in der Praxis finden. Teilweise liegt es daran, dass einige Sicherheitsfunktionen von den Anwendern einfach nicht genutzt oder gar deaktiviert werden. In vielen F\u00e4llen ist den Nutzern aufgrund fehlender Schulungen das Sicherheitsrisiko allerdings auch gar nicht bewusst. Hier ist aber auch die IT-Administration in der Pflicht, sicherzustellen, dass bestimmte Sicherheitsfunktionen nicht ohne weiteres umgangen bzw. deaktiviert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Einwahl per Telefon oft nicht mehr notwendig<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten modernen Videokonferenzdienste wie z. B. Zoom, Microsoft Teams, Cisco Webex oder auch die Open-Source-Software Jitsi unterst\u00fctzen standardm\u00e4\u00dfig die Verschl\u00fcsselung der Verkehrsdaten, aber auch die Einwahl per Telefon.\u00a0Dass eine klassische Telefonverbindung \u2013 egal ob Festnetz oder Mobilfunk \u2013 keinen nennenswerten Schutz gegen das Abh\u00f6ren bietet, sollte hinl\u00e4nglich bekannt sein. Auch moderne VoIP-Kommunikation bietet hier nur sehr selten einen besseren Schutz.\u00a0Aber nicht nur die fehlende Vertraulichkeit ist ein Problem, sondern auch die Tatsache, dass die Einwahl via Telefon in Videokonferenzen mit zahlreichen Teilnehmern oft unbemerkt erfolgen kann, da f\u00fcr die anderen nur eine unbekannte und ggfs. gef\u00e4lschte Telefonnummer sichtbar wird.<\/p>\n<p>Wann haben Sie sich zum letzten Mal per Telefon in eine Konferenz eingew\u00e4hlt, weil es keine andere M\u00f6glichkeit gab? Mittlerweile wird die Telefoneinwahl oft nur genutzt, weil man vielleicht gerade nicht vor dem Rechner sitzt. Falls nicht bereits vorhanden, ist die passende App rasch auf dem Handy bzw. Laptop installiert. Zudem unterst\u00fctzen nahezu alle Konferenzdienste Ad-hoc-Verbindung via Webbrowser.\u00a0Sofern es keine zwingenden Gr\u00fcnde gibt, die Telefoneinwahlfunktion zu nutzen, ist es zu empfehlen, diese im Konferenzdienst zu deaktivieren oder zumindest nicht als Standardvorgabe f\u00fcr Meetings zu verwenden.<\/p>\n<p><strong>Braucht man Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung?<\/strong><\/p>\n<p>Alle g\u00e4ngigen Videokonferenzdienste bieten einen Basis-Verschl\u00fcsselungsmodus an, bei dem die Video- und Audiodaten zwischen den Applikationen auf den Endger\u00e4ten der Teilnehmer und den zentralen Servern des Videokonferenzdienstes automatisch verschl\u00fcsselt werden (\u00e4hnlich wie bei der Verwendung von HTTPS bei Webseiten). Die zentralen Server sind oft Cloud-Server, auf denen die Daten dann im Klartext bzw. in unverschl\u00fcsselter Form verarbeitet werden.<\/p>\n<p>Ein deutlich h\u00f6heres Sicherheitsniveau erreicht man durch die Verwendung von Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung (auch E2E-Verschl\u00fcsselung bzw. E2EE genannt). Diese Art der Verschl\u00fcsselung wird manchmal auch als durchg\u00e4ngige bzw. durchgehende Verschl\u00fcsselung bezeichnet, da hiermit sichergestellt wird, dass der Datenverkehr durchg\u00e4ngig zwischen den einzelnen Konferenz-Applikationen auf den Endger\u00e4ten verschl\u00fcsselt ist. Das hei\u00dft, auf den zentralen Servern des Konferenzdienstes werden die Daten nur in verschl\u00fcsselter Form bearbeitet.<\/p>\n<p>Je nach Konferenzdienst muss die E2E-Verschl\u00fcsselung erst von einem Administrator aktiviert bzw. freigegeben werden, bevor sie benutzt werden kann. Leider lassen sich einige Hersteller die E2E-Verschl\u00fcsselung gesondert bezahlen. Bei Microsoft Teams wird beispielsweise eine Teams-Premium-Lizenz ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Sofern verf\u00fcgbar, ist die Verwendung von E2E-Verschl\u00fcsselung durchaus zu empfehlen, allerdings gibt es einige Dinge zu beachten. Das erh\u00f6hte Sicherheitsniveau verursacht prinzipbedingt diverse Einschr\u00e4nkungen. Die folgenden Funktionen stehen typischerweise bei aktivierter E2E-Verschl\u00fcsselung nicht zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; Einwahl per Telefon<\/li>\n<li>&#8211; Cloud-Aufzeichnungen<\/li>\n<li>&#8211; Live-Untertitel und Transkription<\/li>\n<li>&#8211; Gruppen-\/Breakout-R\u00e4ume<\/li>\n<li>&#8211; Zusatz-Apps und Erweiterungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Je nach verwendetem Konferenzdienst kann es weitere Einschr\u00e4nkungen bzw. Unterschiede geben (z. B. die maximale Anzahl von Teilnehmern). Insbesondere wenn Nutzer die E2E-Verschl\u00fcsselung selbstst\u00e4ndig f\u00fcr Meetings aktivieren und deaktivieren k\u00f6nnen, sind entsprechende Schulungen notwendig.<\/p>\n<p><strong>Hallo, wer spricht denn da?<\/strong><\/p>\n<p>Eine Schulung der Anwender ist auch wichtig, um zu vermitteln, dass auch die beste E2E-Verschl\u00fcsselung nicht dabei hilft, die Identit\u00e4t der Konferenzteilnehmer zu ermitteln bzw. sicherzustellen. Die meisten Konferenzdienste erlauben es, den Zutritt zu einem Meeting auf bestimmte Gruppen (z. B. authentifizierte Mitarbeiter des eigenen Unternehmens) zu beschr\u00e4nken. Da aber Videokonferenzdienste typischerweise auch zur Kommunikation mit externen Personen verwendet werden, ist dies nur selten als Standardvorgabe konfiguriert und bleibt somit oft auch f\u00fcr interne Meetings deaktiviert.<\/p>\n<p>Die meisten Konferenzdienste verwenden zus\u00e4tzlich zu einer Meeting-ID eine zus\u00e4tzliche PIN (oder ein Passwort) als Basisschutz f\u00fcr private Meetings. Aus Komfortgr\u00fcnden ist die PIN allerdings oft Bestandteil der Meeting-URL und wird dann typischerweise \u00fcber unsichere Kan\u00e4le (insbesondere per E-Mail) \u00fcbertragen bzw. via Kalendereintr\u00e4gen auf verschiedene Endger\u00e4te synchronisiert. Die Einbettung der PIN in die Meeting-URL kann zwar bei den meisten Diensten deaktiviert werden, aber dann sollte die PIN m\u00f6glichst auch separat auf anderem Wege an die Meeting-Teilnehmer kommuniziert werden. Doch machen wir uns nichts vor, diesen hohen zus\u00e4tzlichen Aufwand wird kaum jemand f\u00fcr alle Meetings betreiben. F\u00fcr einzelne Meetings, die ein entsprechend hohes Sicherheitsniveau erfordern, sollte die Nutzung dieser Option jedoch sichergestellt werden.<\/p>\n<p><strong>Phishing und Deepfakes: Betr\u00fcger nutzen KI-generierte Videos<\/strong><\/p>\n<p>E-Mail ist zwar weiterhin das Hauptmedium \u00fcber das Phishing-Angriffe ausgef\u00fchrt werden, aber auch Video- bzw. Audio-Konferenzen k\u00f6nnen zu Phishing- bzw. Betrugszwecken genutzt werden. Anfang 2024 gab es einen spektakul\u00e4ren Vorfall bei einer gro\u00dfen internationalen Firma: Ein Angestellter wurde durch eine Video-Konferenz ausgetrickst und \u00fcberwies 23 Millionen Euro an die Betr\u00fcger. Es stellte sich heraus, dass au\u00dfer dem Angestellten selbst, alle Personen, die an der Video-Konferenz teilnahmen, keine echten Personen waren. Die Betr\u00fcger nutzten Deepfakes \u2013 KI-generierte Nachbildungen \u2013 von Mitarbeitern des Angestellten. Es ist davon auszugehen, dass wir in Zukunft immer mehr solcher Betrugsversuche sehen werden. Die Fortschritte im Bereich der KI machen es immer einfacher und kosteng\u00fcnstiger, solche Deepfakes herzustellen.<\/p>\n<p><strong>Virtuell die T\u00fcre abschlie\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Weitere Sicherheitsfunktionen wie Warteraum und Meeting-Sperre sind ebenfalls sehr n\u00fctzlich, um Kontrolle \u00fcber die Teilnehmenden einer Videokonferenz zu behalten. Eine Warteraum-Funktion stellt sicher, dass der Zutritt zu einem Meeting nicht direkt erfolgt, sondern erst von einem anderen Meeting-Teilnehmenden best\u00e4tigt werden muss. Weiterhin gibt es oft eine Funktion, um ein gerade laufendes Meeting zu sperren und damit virtuell die T\u00fcre abzuschlie\u00dfen, wenn alle berechtigten Teilnehmer bereits anwesend sind.<\/p>\n<p><strong>Technologie alleine l\u00f6st keine Sicherheitsprobleme<\/strong><\/p>\n<p>Der Einsatz eines sicheren Videokonferenzdienstes, der die zuvor beschriebenen Sicherheitsfunktionen unterst\u00fctzt, ist wichtig. Wenn aber kein ausreichendes Sicherheitsbewusstsein bei den Mitarbeitern vorhanden ist, ist das nicht ausreichend. Schulungen und die Sensibilisierung des eigenen Personals in Bezug auf einen sicheren Umgang mit Videokonferenzdiensten sind unabdingbar. Zudem empfehlen wir Unternehmen die Definition einer Sicherheitsrichtlinie f\u00fcr Videokonferenzdienste und \u2013 wenn vorhanden \u2013 die Einbindung ins <a href=\"https:\/\/www.doksysteme.de\/fachartikel\/informationssicherheit-managen\/\">Information Security Management System<\/a> (ISMS).<\/p>\n<p>[\/vc_column_text]<div class='dynamic ignore_gutter' >\n[vc_row][vc_column]<div class='vc_blank_space '><div class='vc_blank_space_inner_sm' style='height:15px'><\/div><div class='vc_blank_space_inner_md' style='height:15px'><\/div><div class='vc_blank_space_inner_lg' style='height:15px'><\/div><div class='vc_blank_space_inner_xl' style='height:15px'><\/div><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n\r\n<\/div><div class='dynamic ignore_gutter' >[vc_row][vc_column]<div id='vc_content_box_6a67b6cd8cb10' class='vc-content-box '  >\n            <div class='vc_bg vc-content-box-bg'>\n                <div class='vc_bg_div'><\/div>\n            <\/div>\n            <div class='vc-content-box-content'><div>\n                [vc_column_text dynamic_content=\"content|textarea_html|Listenpunkt\"]\n<strong>Lars Eilebrecht<\/strong><br \/>Lead Consultant | Leiter Kompetenzcenter IT-Sicherheit\u00a0\n[\/vc_column_text]\n            <\/div><\/div>\n        <\/div><div class='dynamic ' >\n[vc_row][vc_column]<div class='vc_blank_space '><div class='vc_blank_space_inner_sm' style='height:15px'><\/div><div class='vc_blank_space_inner_md' style='height:22.5px'><\/div><div class='vc_blank_space_inner_lg' style='height:26.25px'><\/div><div class='vc_blank_space_inner_xl' style='height:30px'><\/div><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n\r\n<\/div>[\/vc_column][\/vc_row]<\/div>[\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Videokonferenzdienste sind aus der modernen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. 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