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Professioneller Mobilfunk

Wie geht es weiter mit Tetra und DMR

In vielen Unternehmen kommen die digitalen PMR-Systeme in die Jahre. TETRA- und seit einiger Zeit auch DMR-Systeme erfüllen vor allem bei professionellen Sprachapplikationen ihren Zweck – für viele Datenanwendungen reicht die zur Verfügung stehende Übertragungsrate jedoch nicht aus. Was können Unternehmen tun, wenn ihre Professionellen Funksysteme (PMR) erneuert werden müssen?

DOK SYSTEME bearbeitet regelmäßig Projekte im Bereich PMR. Die installierten Funksysteme sind technisch nicht mehr up to date. Die Kunden beklagen dabei immer öfter die zu geringe Übertragungsrate für Datenapplikationen. DOK SYSTEME hat in mehreren Projekten eine gründliche Analyse und eine ausführliche Markterkundung nach Alternativen durchgeführt. Die Empfehlungen sind je nach Unternehmensanforderung allerdings sehr unterschiedlich. Die folgenden Beispiele liefern einen Überblick.

TETRA und DMR sind bei professionellen Sprachanwendungen weiterhin eine gute Option

Bei Funkanwendungen mit dem Schwerpunkt Sprachkommunikation können TETRA und DMR auch weiterhin ihre Stärken ausspielen. Welches der beiden Systeme zum Einsatz kommt, hängt dabei stark von den Kundenanforderungen und der regionalen Frequenzverfügbarkeit ab. Auf Flughäfen arbeiten z. B. sehr viele Mitarbeiter auf engem Raum und PMR-Systeme werden hier oft als Übertragungsplattform für flughafenspezifische Anwendungen genutzt: Beispielsweise wird mit dem sogenannten Objektruf je Flugzeug für die Dauer der Abfertigung eine dynamische Rufgruppe zur Verfügung gestellt, in der die an der Abfertigung beteiligten Mitarbeiter miteinander kommunizieren können. Anschließend wird die Gruppe wieder aufgelöst. Für solche Anwendungsfälle hat TETRA Vorteile, da es im Vergleich zu DMR-Systemen eine höhere Verkehrskapazität bietet.

Soll hingegen ein weiter Bereich mit wenigen Teilnehmern abgedeckt werden (z. B. eine Autobahnmeisterei) ist DMR besser geeignet, insbesondere weil mit DMR ein Gleichwellenbetrieb möglich ist, der einen sparsamen Einsatz von Frequenzen ermöglicht.

TETRA außerhalb von Ballungszentren

Die Stadtwerke aus einem nördlichen Bundesland suchten eine Funklösung für Smart-Grid- und Smart-Metering-Anwendungen. Eine Nutzung von öffentlichen Mobilfunksystemen kam nicht infrage (Verfügbarkeitsanforderungen, Laufzeitprobleme etc.). Eine Marktuntersuchung ergab, dass TETRA, DMR und CDMA450 grundsätzlich geeignet waren. Eine private Variante von LTE (Private LTE) schied aus, da die Frequenzverfügbarkeit für solche Systeme in Deutschland nicht absehbar ist.

Eine systemneutrale Ausschreibung ergab, dass für die individuellen Anforderungen des Kunden ein TETRA-System die wirtschaftlichste Lösung war, nicht zuletzt weil aufgrund der regionalen Lage des Stadtwerkes ausreichend Frequenzen für das System zur Verfügung standen.

Daher ist insbesondere für Regionen außerhalb von Ballungszentren TETRA weiterhin eine gute Option. Hier sind neben den Sprachanwendungen mit TEDS (TETRA Enhanced Data Service) auch höhere Datenraten problemlos umsetzbar.

Alternativen für Datenapplikationen

Der größte Engpass bei PMR ist die relativ geringe Datenrate für Datenanwendungen. Deshalb sind bei gemischten Sprach- und Datenapplikationen hybride Lösungen denkbar. In solchen Anwendungen werden die Sprachleistungsmerkmale mit TETRA umgesetzt und für Datenapplikationen werden öffentliche Mobilfunksysteme wie LTE oder ggf. WLAN-Systeme genutzt.

Dabei kann das PMR-System auch auf den Serversystemen des Unternehmens implementiert werden und erhält durch die Virtualisierungsmöglichkeiten eine bessere Administrierbarkeit. Die TETRA-Hersteller bieten zudem Gateways für die Kopplung zu LTE-Netzen. In einer hybriden Anwendung arbeiten dann TETRA-Nutzer weiterhin mit TETRA-Endgeräten. Zusätzlich können auch Smartphones über das LTE-Gateway an TETRA-Gruppenrufen teilnehmen.

Neue Perspektiven ergeben sich aus der Entwicklung von Mobilfunksystemen der nächsten Generation „5G“. So nutzen bereits große Unternehmen aus dem industriellen Bereich 5G-Pilotinstallationen zur Erprobung von Industrie-4.0-Datenanwendungen. Die Vorteile: größere Datenübertragungsraten, geringere Latenzzeiten und flexible Verbindungen mit Hilfe von Gateways zur Anbindung von WLAN- oder Bluetooth-Datenendgeräten.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

DOK SYSTEME empfiehlt Unternehmen, die ihre PMR-Systeme erneuen wollen, zunächst eine genaue Anforderungsanalyse durchzuführen. Dabei sollte im ersten Schritt eine Aufnahme der IST-Situation erfolgen, die Unternehmensanforderungen untersucht werden, dann eine Marktevaluierung der technologischen Optionen erfolgen und daraus ein Lösungskonzept mit Systemalternativen entwickelt werden.

Abb. Anforderungsanalyse - DOK SYSTEME empfiehlt Unternehmen, die ihre PMR-Systeme erneuen wollen, zunächst eine genaue Anforderungsanalyse durchzuführen.



Matthias Lampe |
Senior Expert Consultant | Tel. +49 (0) 5131 49 33 0

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