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5G-Auktion beendet

Kurze Analyse und Bewertung

Bildquelle: Alex Staroseltsev/Shutterstock.com

 

Nach Beginn der 5G-Auktion am 19. März 2019 wurde diese nach nunmehr 497 Runden und fast einem Quartal Dauer am 12. Juni als bisher längste Auktion beendet.

Ersteigerungserlös

Mit ca. 6,55 Milliarden Euro liegt der Auktionserlös für die 41 Frequenzblöcke dabei weit über den im Vorfeld von Experten geschätzten 3 bis 5 Milliarden Euro. Bei der letzten Mobilfunk Auktion in 2015 belief sich der Erlös noch auf 5,08 Milliarden Euro bei einer Auktionsdauer von ca. 6 Wochen und 224 Runden.

Die vier Provider Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch bezahlen für die
5G-Frequenzblöcke insgesamt rund 6,55 Milliarden Euro. Die Anzahl der vom jeweiligen Provider ersteigerten Frequenzblöcke gliedert sich dabei wie folgt: 

 

Ein Grund für das schlussendlich doch relativ abrupte Ende der Auktion wird in der Anhebung der Mindestgebote durch die BNetzA (5. Juni 2019) auf zusätzlich mindestens 13 Millionen Euro auf einen der Frequenzblöcke anstelle von zuvor 2 % des jeweiligen Höchstgebotes vermutet.

Netzausbau

Durch den Umstand, dass 4 Provider Frequenzen ersteigert haben, ist der Wettbewerb forciert. Es darf daher vermutet werden, dass sich die Provider im Kampf um Marktanteile redlich um einen zügigen 5G-Netzausbau bemühen werden.

Aus den sehr hohen Versteigerungserlösen erwächst aufgrund möglicher monetärer Engpässe der Provider jedoch eine Gefahr für den sich anschließenden 5G-Netzausbau. Zum einen werden die Provider aufgrund der enormen Kosten für die Frequenzen weniger Finanzmittel für den Netzausbau zur Verfügung haben. Zum anderen erwächst in der Tatsache, dass die Versteigerungserlöse schwerpunktmäßig in den Breitbandausbau in Deutschland fließen sollen, eine Wettbewerbssituation, die den ohnehin bestehenden Ressourcenengpass der Errichter (Erdarbeiten, Trassenbau, Mastbau usw.) noch enorm anfachen wird. Preissteigerungen und terminliche Verzögerungen könnten die Folge sein.

Erfolgreiche Bieter müssen vorerst 1.000 5G-Basisstationen errichten. Dies wird insbesondere die 1&1 Drillisch AG vor eine große Herausforderung stellen.

Versteigert wurden Blöcke im 2-Gigahertz- und im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich. Aufgrund der höheren Reichweiten der 2-Gigahertz-Blöcke erzielten diese Blöcke deutlich höhere Auktionserlöse. Diese Blöcke sind allerdings erst ab 2021 oder sogar erst ab 2026 nutzbar.

Im Ergebnis sprechen viele Indikationen dafür, dass der lange überfällige Netzausbau verzögert wird und der Wirtschaftsstandort Deutschland im direkten Wettbewerb weiter geschwächt wird.

Unterstützt wird diese These durch den Umstand, dass die ursprüngliche Ankündigung Chinas, mit den kommerziellen Netzen des nächsten Mobilfunkstandard 2020 zu starten, dahingehend revidiert wurde, dass Peking bereits per Anordnung die Lizenzen vergeben hat. Dabei hat das zuständige Ministerium neben den drei etablierten Netzbetreibern auch dem Neueinsteiger Broadcasting Networking Corporation 5G-Lizenzen zugesprochen.

Im Vergleich dazu steht Europa sehr schlecht da. Knapp 1/3 der EU-Staaten hat noch nicht einmal einen Termin für 5G-Auktionen festgelegt.

Ausrüster

Neben dem chinesischen Huawei-Konzern sind Ericsson und Nokia die großen Netzwerkausrüster, die sich mit einem Marktanteil von jeweils > 20 % Hoffnungen auf ein erfolgreiches 5G-Geschäft machen. Die verbleibenden knapp 30 % des Marktes teilen sich diverse Anbieter, wobei die Analysten dabei vor allem mit Zugewinnen für Samsung und ZTE sowie für potentielle Newcomer in Nischensegmenten rechnen.

Im Westen wird aktuell erwogen, Huawei wegen Sicherheitsbedenken vor allem in den USA vom Aufbau der 5G-Netze auszuschließen. Dieser Streit um Huawei als einer der führenden Hardwarelieferanten für 5G könnte für den zügigen Netzausbau in Deutschland ebenfalls hinderlich sein.

Bundeseigene Standorte

Berichten des Nachrichtenmagazins „DER SPIEGEL“ zur Folge will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) allerdings den anstehenden 5G-Ausbau der Mobilfunknetze mit bundeseigenen Standorten unterstützen. Hierzu habe das Ministerium bereits 17.000 Liegenschaften des Bundes und 120.000 Standorte entlang der Wasserstraßen identifiziert. Zusätzlich ist von 5.000 möglichen Standorten des Digitalfunk BOS die Rede. Diese in Summe bis zu 142.000 Standorte sollen den Netzbetreibern zu niedrigeren als den Marktpreisen in Kombination mit vereinfachten Genehmigungsverfahren angeboten werden.

Fazit

Mit dem Abschluss der 5G-Auktion ist ein wesentlicher Schritt in Richtung 5G-Ausbau getätigt. Durch die Vergabe von Frequenzen an 4 Provider ergibt sich eine starke Wettbewerbssituation, die dem zügigen Netzausbau zuträglich sein dürfte. Hindernisse bzgl. eines schnellen Ausbaus könnten sich durch die enormen Ausgaben für die Frequenzen, Ressourcenengpässe der Errichter und einen diskutierten Ausschluss des großen Ausrüsters Huawei ergeben.

 



Stephan Plaspohl
| Handlungsbevollmächtiger | 
Tel. +49 (0) 5131 49 33 0

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